AG Mobilität

AG Räumliche Mobilität in der Sektion „Stadt- und Regionalsoziologie“ der DGS

 

Ziele der Arbeitsgruppe sind die Etablierung eines soziologischen Diskussionsforums zu Fragen und Problemstellungen räumlicher Mobilität sowie die Vernetzung der in diesem Gebiet forschenden Kolleginnen und Kollegen in Deutschland. Darüber hinaus möchten wir internationale Kontakte zu Mobilitätsforschern außerhalb Deutschlands intensivieren. Die Arbeitsgruppe soll eine Anlaufstelle für die fachliche und nichtfachliche Öffentlichkeit werden, um sich über wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse auf diesem Gebiet zu informieren.

Städte und Regionen werden durch räumliche Mobilität in vielfältiger Weise geprägt und verändert. Sie sind gleichzeitig aufgrund ihrer unterschiedlichen Strukturmerkmale auch Anlass für räumliche Mobilität von Individuen. Wohnstandorte können Mobilität erforderlich machen, weil Arbeitsplätze, Wohnraum, Bildungs- und Konsumangebote rar sind, sie können umgekehrt entsprechende Gelegenheiten bieten, die Menschen motivieren, räumlich mobil zu werden. Unter räumlicher Mobilität können dabei sehr vielfältige Phänomene gefasst werden, wie zum Beispiel Wohnortwechsel, Formen des Pendelns zum Arbeitsort oder andere Arten der Alltagsmobilität, wie etwa der Weg zur Kindertagesstätte. In den letzten Jahrzehnten hat sich bezüglich der verschiedenen Formen räumlicher Mobilität ein beständiger Wandel ergeben. Angesichts der demografischen Entwicklungen und gravierender Veränderungen der Konsum- und Arbeitsmärkte ist zu erwarten, dass räumliche Mobilitätsprozesse und multilokale Lebensformen sowohl auf individueller Ebene als auch auf der Ebene von Regionen und Ländern eine zunehmende Bedeutung erfahren.

Auf individueller Ebene bestimmt räumliche Mobilität die Lebenschancen von Menschen maßgeblich, indem sie regional ungleich verteilte Arbeits-, Wohn-, Bildungs- und Konsumangebote individuell verfügbar macht. Darüber hinaus hat sie einen erheblichen Einfluss auf die sozialen Interaktionsbeziehungen und die gesamte Lebensgestaltung der Menschen. Dies prägt wiederum Städte und Regionen in vielfältiger Weise. So verändern Umzugs- und pendelbedingte Bevölkerungsfluktuationen nicht nur die Zusammensetzung und soziale Integration der Bevölkerung in einem bestimmten Gebiet. Sie bestimmen die Entwicklung von Städten und Regionen in einem ganz umfassenden Sinne.

Daraus ergibt sich eine breite Agenda an sozialwissenschaftlich bedeutsamen Fragestellungen, wie zum Beispiel: Welche Formen räumlicher Mobilität und mobiler Lebensformen lassen sich beobachten und wie lässt sich ihr Zustandekommen erklären? Welche Bevölkerungsgruppen praktizieren (mehr oder weniger freiwillig) Mobilitätszumutungen und welche Bevölkerungsgruppen sind im Hinblick auf ihre Mobilitätschancen und -möglichkeiten privilegiert? Welche Folgen haben verschiedene Formen räumlicher Mobilität für individuelle Lebensverläufe? Welche Folgen haben sie für die Veränderung von Städten und Regionen?

Die Arbeitsgruppe möchte dazu beitragen, das bereits existierende Potenzial an Forschung in Deutschland zu fördern und ein soziologisches Diskussionsforum zu etablieren. Hierzu wollen wir jährlich zu einem Workshop oder einer Tagung einladen.

Die Initiatoren:

Prof. Dr. Stefanie Kley, Universität Hamburg (stefanie.kley@uni-hamburg.de)
Jun.- Prof. Dr. Natascha Nisic, Universität Hamburg (natascha.nisic@wiso.uni-hamburg.de)
Prof. Dr. Johannes Huinink, Universität Bremen (huinink@uni-bremen.de)

 

Räumliche Manifestationen sozialer Schließung: Methoden, Daten, Mechanismen
Ad-hoc-Gruppe auf dem Soziologiekongress 2016, 26. – 30. Sept. in Bamberg, organisiert von Knut Petzold und Thomas Wöhler

Räumliche Mobilität und soziale Schließungen. Zur ungleichen Teilhabe an Mobilitätschancen
Ad-hoc-Gruppe auf dem Soziologiekongress 2016, 26. – 30. Sept. in Bamberg, organisiert von Heiko Rüger, Natascha Nisic und Stefanie Kley

Bericht vom Symposium
I
NTERNAL MIGRATION AND COMMUTING IN INTERNATIONAL PERSPEKTIVE,
2. bis 4. Februar 2015 in Wiesbaden,
organisiert von Dr. Stefanie Kley und Jun.-Prof. Dr. Natascha Nisic (AG “Mobilität”) in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB), Wiesbaden

Flyer und Programm des Symposiums „Internal Migration and Commuting in International Perspective” am 04. Februar 2015 in Wiesbaden

Bericht Gründungsworkshop AG Räumliche Mobilität März 2013